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Januar Skitour in der Zentralschweiz

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Was tun wenn mal wieder keine Zeit für Tourenplanung ist, aber der Wunsch zum Spielen im Gelände viel zu groß? Richtig ab nach Realp. Über die letzten 10 Jahre war ich sicher schon 10-15 mal hier. Warum? Das Gebiet ist einigermaßen Schneesicher und es gibt genügend Touren mit langen Abfahrt, welche einigermaßen Lawinensicher sind.

D.h. wir sind Freitag Abend in Heidelberg los auf den Armeeparkplatz in Realp (Ankunft: 01:00). Die Temperaturen waren dieses Wochenende deutlich besser als im Bregenzerwald die Woche vorher (-20°!).

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Der Plan war von Realp Richtung Rotondo Hütte zu laufen. Hier hat man die Möglichleit noch einen Abstecher auf den Pizzo Lucendro (2963m) zu machen. Dies sind dann noch einmal 600hm mehr. Dafür besteht die Option auf eine großartige Abfahrt über breite Hänge um die 30-35°. Einziges Manko an dem Berg ist, das er genau an der Wetterscheide zu Itealien steht. Der Fönsturm hatte ein paar Wolken in den Aufstieg geblasen. Aber wir haben trotzdem Versucht den Gipfel zu bezwingen.

Wie gesagt nur versucht. Im unteren Teil hörten wir schon vereinzelt Setzungsgeräusche. Keine gutes Zeichen für die Hangstabilität. Also hatten wir es doch noch, wie auch der Lawinen Lage Bericht beschreiben hatte, eine schwache Altschneedecke. Durch den Nebel war es uns nach ca. dem halben Aufstieg nicht mehr möglich die folgenden Hangsteilheiten einzuschätzen. Somit gab es nur einen sinnvollen Entschluss.

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Felle ab, Schuhe zu und ab nach unten Richtung Talboden 🙂 Konsequenz der Schneelage? Pulver-verprester Schnee – Pulver – Eis – … Also ein richtiges Expeditionstraining.

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Im Talboden angekommen sind wir dann der Stangenmarkierung weiter Richtung Rotondohütte gefolgt. Diese führte uns in ca. eineinhalb Stunden zur Hütte, wo uns ein schönes Ausblick auf den Bergkamm ins Tessin und ein Panasch erwartete.

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Die Hütte wird jetzt schon in der zweiten Saison von einer Sehr netten Hüttenwirtin geführt. Das Essen ist genial und die Stimmung auf der Hütte nach so einem Tag sowieso. Zeit zum schlafen!

Am nächsten morgen ging es um 07:30 zum Frühstück. Nicht aber ohne aus dem Fenster zu schauen.

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Dann ging es für uns um 09:00 los Richtung Leckipass.

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Wer mag kann noch einen Abstecher auf das Leckihorn machen. Hierzu macht man ein Skidepot am Pass und Steigt zu Fuß auf dem Gipfel. Der Pass besteht aus zwei Scharten. Eine Links (hier geht es zum Gipfel) und eine Rechts. Diese nutzt man um über den Muttengletscher abzufahren.

Da dieses Jahr relativ wenig Schnee liegt mussten wir die ersten Meter zu Füß die Steine am Pass übersteigen übersteigen. Danach haben wir uns auf dem Gletscher ehr Rechts gehalten, da hier weniger Windgangeln waren und somit die Abfahrt besser. Das untere Drittel war sogar ein richtiger Genuss zum fahren!

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Nach der Abfahrt haben wir auf ca. 2400m wieder aufgefällt um die Rinne zum Muttenhorn aufzusteigen. Hier lohnt es sich weit Rechts auf einen Rücken zu gehen, um die steilen Flanken zu vermeiden. Der Aufstieg verläuft dann in mäßig steilen Gelände (30°-35°).  Bei einem 3er heikel, war bei dem 2er, welchen wir hatten der Hang sehr gut. Der obere Teil der Rinne führt zu einer Scharte. Hier steilt der Hang noch einmal auf. Für uns war hier Schluss, da wir den Aufstieg auf den Stotzigen Firsten noch machen wollten. Es gibt aber auch die Möglichkeit über den Grat auf das Große Muttenhorn zu steigen. Hier würde ich aber Steigeisen und Pickel mitnehmen.

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Die Abfahrt von der Scharte auf den Muttengletscher ist einfach großartig. Die Steilheit ist genau Richtig um Gas zu geben und den Schnee aufzuwirbeln!

Nach dem kleinen Adrenalinrausch warete der Aufstieg auf dem Stotzigen Firsten. Dieser verläuft erst aufsteigend und dann über eine Ebene. Zum Schluss geht es direkt auf dem Grad.

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Erst mit Ski und die letzten Meter zu Fuß.

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Oben angekommen erwarten einen: a.) Ausblick b.) 1100hm Abfahrt.

Das es seit zwei Wochen nicht geschneit hatte, war die Abfahrt schon zerfahren, aber mit breiten Ski und etwas Geschwindigkeit bleibt man über den Spuren und hat sehr viel Spaß!

Jetzt Fehlt nur noch eins…. Kaffee!

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Die ungefähre Tour habe ich auf maps.geo.admin.ch einmal eingezeichnet:

Screen Shot 2017-02-04 at 10.14.19

Quelle: maps.geo.admin.ch

Rock it!

In Kategorie: Ski

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