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Herbst Hike in Graubünden

 

Was passiert wenn am Ende der schneefreien Jahreszeit, noch einmal das Bedürfnis nach Bergen aufkommt? Richtig! Laptop auf, die Schweizer Karten aufrufen und los geht die Planung. Gebietsidee? Vor zwei Jahren war ich nach einer Verletzung schon mal am Ende der Saison in Graubünden zum Wandern. Die Tour war super und somit die Region schnell eingegrenzt. Jetzt musste nur noch eine Tour gefunden werden, welche:

  • mind. 1000hm am ersten Tag und
  • mind. 600hm am zweiten Tag und
  • eine SAC Hütte mit Winterraum hat

Dank der Wanderwege, welche inzwischen in der Schweizer Kartenapp eingezeichnet werden, fiel es nicht schwer eine Tour zu finden. Der Weg sollte uns zur Ringelspitzhütte führen. Eine kleine Hütte am Fuße des Ringelspitz, auf welchen eine einfache kombinierte Hochtour verläuft.

Kartenausschnitt von map.geo.admin.ch

Kartenausschnitt von map.geo.admin.ch

Gestartet sind wir in Tamins. Man kann direkt am Ortseingang Parken und das Auto über das Wochenende stehen lassen. Von hier aus geht es einmal durch den kleinen Ort zu einer Infotafel. Da wir in den Winterraum wollten, den Hüttenwirt am Abend zuvor aber nicht mehr erreicht hatten, mussten wir nun feststellen, dass wir einen Schlüssel für die Hütte benötigen. Also Handy raus und noch einmal bei dem Hüttenwirt anrufen. Dieser teilte uns nun mit, dass die Hütte offen ist. Somit alles kein Problem… Außer das wir wohl unsere Pasta und Tomatensoße nicht kochen dürfen, sondern uns von Keksen und Brot ernähren müssen. Wie in der Schweiz üblich, ist der Winterraum geschlossen, wenn die Hütte geöffnet hat und selber kochen ist nicht möglich.

Nach kurzer Beratschlagung sind wir dann aber doch losgelaufen. Es war schon 12 Uhr und wir hatten noch 1400hm vor uns. Die ersten 600hm gingen schnell auf einer Forststraße vorüber. Genug Zeit um warm zu werden und ein wenig zu quatschen. Dann ging es los. Der Weg wurde schmaler und zunehmend steiler, bis wir die Waldgrenze erreicht hatten. Hier konnten wir noch ein paar Sonnenstrahlen erhaschen, Löcher von Murmeltieren finden und die Farbenpracht des Herbstes bestaunen. Das schöne an der Region ist die Mischung zwischen Lärchen und anderen Nadelbäumen. Da Lärchen ihre Nadel im Winter verlieren, müssen sie auch durch den Farbwandel durch. Was bei tief stehender Sonne besonders schön aussieht.

Kurz vor der Hütte haben wir dann noch ein paar Mountainbiker getroffen, die gerade den Weg, welchen wir hochgelaufen sind, hinunter fahren wollten. Die Tour muss super schön sein bergab. Vielleicht komme ich in zwei Wochen, wenn das Wetter hält noch mal wieder… Auf der Hütte angekommen, empfing und der Hüttenwirt mit einem fairen Deal. Wir hatten ja immer noch die Essenproblematik… Der Deal war schnell erklärt: Wir kaufen Bier bei ihm und können unsere Pasta in der Küche kochen. Also alles gut und schon zischt das erste Bier beim Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen ging es weiter zum Kungelpass. 700hm Abstieg über einen kleinen Wanderweg. Von hier aus ist es möglich, direkt zum Ausgangsort abzusteigen. Wir wollten uns aber noch ein wenig fordern und die Aussicht bis zum Gr. Bernardino genießen. Die Folge unseres Wunsches waren 700hm Aufstieg auf die Taminser Alp. Erst steil im Wald und dann immer flacher werdend im baumlosen Gelände. Auf der Alp angekommen erwartet uns neben einer Vesper aus dem Rucksack, ein großartiger Höhenweg zur Felsberger Alp.

Nach dem Höhenweg ging es bergab. 1500hm hinunter nach Felsberg. Leider muss man den ganzen Weg über eine Forststraße laufen. Dies ist zwar etwas Öde, dafür entschädigen aber die Eindrücke des Höhenwegs. Nach 1000hm bergab haben uns zwei Wanderer im Auto das restliche Drittel mitgenommen.

Wer nach einer langen, anstrengenden und aussichtsreichen  Herbstwanderung sucht, sollte diese Tour auf jeden Fall einmal machen. Rock it!

In Kategorie: Hike

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