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Biken in Rumänien I

Um Bären zu entdecken braucht es keinen langen Flug bis nach Kanada. Es reicht in Frankfurt in den Flieger zu steigen und 2h später in Bukarest zu landen.  Netter Nebeneffekt sind unentdeckte Trails mit Spaß- und Abenteuerpotenzial. So hat es uns im Sommer 2016 nach Rumänien verschlagen. 

Biken, biken, biken!

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Weg zur Omu Hütte

In Rumänien ist das Biken noch wild. Die Community aus Enduro MTB Fahrern beschränkt sich in Sibiu und Brasov auf eine Zahl unter 100. Sibiu gilt dabei aber als heimliche Outdoorhauptstadt Rumäniens. Hier gibt es einen Bus mit Fahrradanhänger, welche Trailhungrige 1000 Höhenmeter nach Paltinis bringt. Noch ein wenig selber hochfahren und es warten 1400 hm Abfahrt über feinste Singletrails. Die könnt ihr auf der Karte meist leider nicht finden. Hier braucht es Lust zum Entdecken. Aber das fällt nicht weiter schwer. Nach kurzer Zeit werdet ihr feststellen, das Schafe super Trailshaper sind.

Um Brasov und im Bucegi Gebirge bei Bran werdet ihr ein super Wegenetz finden. Hier könnt ihr euch auf die Karte verlassen. Das Bike tragen gehört aber auch immer einmal dazu. Abenteuer halt! Die Wege sind Wanderwege und gut markiert. Biker haben diese noch nicht oft gesehen. So könnt ihr die Stollen eurer Reifen auf feinsten Singletrails über freie Flächen und im dichten Wald ausführen. Immer mit dem Gefühl das da doch ein Bär hinter dem Baum geschnaubt hat!

Planung

Open MTB map Romania

Open MTB map Romania

Da der erste deutschsprachige Wanderführer erst 2017 erscheinen soll, mussten wir uns mit Vermutungen, Wanderkarten und der Open MTB Map zufrieden geben. Die topographischen Wanderkarten bieten einen guten Überblick über das Wanderwegnetz, wobei gerne einmal Höhenlinien ausgelassen werden.

Als Wanderkarte um Brasov haben wir die Gebietskarte Cinci munti din Carbura Carpatilor / Fünf Gebirge verwendet. Die Berge um Sibiu sind die Cindrel Berge. Die Touristenformationen in Sibiu führen die Karte Cindrel Mountain. Diese umfasst die Wanderwege und bietet einen guten Überblick.

Mit der Kombination aus Karte und Open MTB Map war die Planung des Touren dann doch gut möglich und wir haben nur eine Tour gemacht, welche eher unspektakulär war.

In Barsov wie auch in Sibiu gibt es Bikeshops. Beide sind sehr zu empfehlen. Die Mitarbeiter wissen was Sie tun und versuchen alles möglich zu machen. Bei beiden Shops kann man auch nach Touren fragen. Die Mitarbeiter aus Sibiu treffen sich immer Montag und Mittwoch zum Biken. Sie nehmen den 16:00 Bus vom Bahnhof und fahren von da in die Berge.

Transport

Sibiu to Bucarest

Rückfahrt von Sibiu nach Bukarest

Eine gute Möglichkeit den Transport in Rumänien zu planen bietet die Seite http://www.autogari.ro . Hier bekommt ihr alle Informationen zu Bus und Bahn.

Anreise

Zuerst stellt sich die Frage ob Flug oder die Anreise mit dem eigenen Auto. Wir sind mit Lufthansa von Frankfurt nach Bukarest geflogen und haben dann direkt am Flughafen im Angelo geschlafen. Vorteil war der kostenlose Shuttelservice, welcher uns auch Nachts um 1 abgeholt hat.

Die Alternativen wären der Flug nach Sibiu bzw. die Anreise mit dem Auto gewesen. Wir wollten aber zuerst nach Brasov und so war Bukarest eine gute Wahl, da sehr gut angebunden. Jetzt wo wir die Gebiete etwas besser kennen, würden wir das nächste mal mit dem Auto anreisen, um flexibler zu sein. Knackpunkt ist die lange Anfahrtszeit.

Nach Brasov

Weiter ging es bei uns am nächsten Tag mit dem Bus nach Brasov. Dieser ist wieder direkt am Flughafen abgefahren, zu dem uns der Shuttel von Hotel gebracht hat. Dann mussten wir nur noch einmal durch den Flughafen in den Ankunftsbereich und in das Parkhaus. Hier aber Achtung, es gibt viele unterschiedliche Busunternehmen. Die Biketaschen werden nur in großen Bussen mitgenommen. Wir haben uns deshalb für CFR entschieden. Diese haben alle 2h einen großen Bus. Der Preis lag um die 50 Lei pro Person. Die Fahrt war mit 2 Stunden angegeben, hat dann aber gut 3,5 Stunden benötigt. Das nächste Mal würden wir uns für den Zug entscheiden, da dieser zwar langsamer fährt, dafür aber nicht im Stau steckt.

In den Städten

Wir haben am Anfang immer den ÖPNV genutzt. Dies ist billig (4 Lei p.P. für ein Ticket in der Stadt), aber mit Biketaschen immer etwas umständlich. Zum Ende sind wir auf das Taxi gewechselt. Diese Kosten sind ca. 1,6 Lei pro km. Mit den Bikes ist es im Taxi immer etwas eng. Ein Bike in den Kofferraum, eins auf den Rücksitz. Hier passt dann noch eine Person mit rein und alles andere auf den Vordersitze. Klingt spannend, passt aber.

Zum Ausgangspunkt der Touren

Je nach Tour haben wir uns für große Busse, die Bahn oder ein großes Taxi entschieden. Wer in den Hostels nett nachfragt, bekommt meistens eine Telefonnummer eines Freundes, welcher Taxi fährt und einen Kombi hat.

Bei der Bahn ist es mit aufgebauten Bikes spannend, da offiziell nicht alle Züge Räder mitnehmen. Wir haben uns am Anfang sehr verunsichern lassen. Ich kann nur empfehlen, kauft ein Ticket für euch und ein Radticket und steigt in den Zug, egal ob mit oder ohne Bikeabteil.

Wenn ihr euch doch mal für den Bus entscheidet, achtet darauf das bei Autogarie ein großer Bus angegeben wird. Beim Busfahrer dann nett nachfragen und den Hundeblick aufsetzten, dann darf man meistens seine Bikes in die Gepäckfächer legen. Ausnahme ist der Bus von Sibiu nach Paltinis. Dieser hat ein Fahrradanhänger! Er fährt drei mal am Tag, so das hier eine Menge Shuttelspaß wartet.

Von Brasov nach Sibiu und zurück nach Budapest

Wir haben uns nach den Erfahrungen mit dem Bus bei langen Strecken für den IR Zug entschieden. Da Biketaschen als Übergepäck zählen, gebt einfach 20kg pro Tasche an und holt euch hierfür ein Ticket, sonst wird es im Zug später etwas teurer. Die Fahrt ist dann aber komfortabel und die Beinfreiheit schlägt den Bus um Längen. Fahrzeit von Brasov nach Sibiu ist ca.  3h. Von Sibiu nach Bukarest ca. 6-7, je nach Verspätung, die immer dazukommt.

 Übernachtung

Schlafplatz für die Bikes

Schlafplatz für die Bikes

Wie schon auf der Fahrt, ist es auch beim Schlafen immer wieder ein kleines Drama die Bikes unterzubringen. Wir haben durch Zufall in Brasov das Centrum Hostel und in Sibiu das Welt Hostel gefunden, bei denen wir unser Gepäck lassen konnten, wenn wir mehrere Tage unterwegs waren. Nachts durften wir die Bikes mit ins Hostel nehmen.

In Pensionen auf dem Land war es etwas einfacher die Bikes abzustellen. Bei den Besitzern findet sich meist ein Schuppen oder eine Garage. Und da die Rumänen ein sehr hilfsbereites Volk sind, bieten Sie das meist von alleine an. Sehr empfehlen können wir die kleine Pension Pensiunea Belvedere in Bran. Das Ehepaar ist super nett, die Preise sind sehr gut und das Frühstück (4€ p.P. extra) ist mit selbstgemachter Wurst!

Im Bucegi Gebirge waren wir auf der Berghütte Omu. Die Hütte ist wie eine Alpenvereinshütte mit dem Unterschied, dass die Verpflegung deutlich schlichter ist. Richtet euch also darauf ein noch eine Tafel Schokolade mehr oder Brot und Käse einzupacken, um wirklich satt zu werden. Reservieren geht per Telefon. Such euch am besten jemand der Rumänisch spricht, da die Wirtin euch sonst nur schlecht versteht. Kosten sind um die 30 Lei p.P. zum Schlafen. Die Bikes durften wir sogar über Nacht in den Essensraum stellen.

Sobald die Bikes wieder in der Tasche verschwunden sind, ist es meist kein Problem eine Unterkunft zu finden. In Bukarest konnten wir die Bikes in Luggage Room lassen oder das Zimmer war groß genug für zwei Bike Bags.

Wie geht’s weiter?

Ihr habt jetzt ein paar Bilder über Rumänien im Kopf und unglaublich Lust mal in das Land zu fahren? Voll gut! Im nächsten Beitrag schreibe ich mehr über die Gebiete, die Touren, das Essen und Ecken die ihr in Bukarest unbedingt gesehen haben müsst! Bis dahin: Rock it!

 

2 Kommentare

  1. Benjamin Hartung

    Hej. Ich bin gerade in der Gegend unterwegs um Brasov unterwegs. Kannst du mir deine GPX Daten für die Cabana Omu schicken, einfach mal zum Abgleich. Bin selber ab morgen vom Fagarasgebirge unterwegs und würde das gerne noch am Ende dranhängen. Ride On! Benne

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